Name

Reformierte Kirche, ehem. St. Pankratius

Address
Strehlgasse
8547 Gachnang
Geographical Hierarchy
Coordinates (WGS 84)
Author and Date of Entry
Rolf Hasler ; Sarah Keller 2020
Information about the Building

Die Kirche St. Pankratius zu Gachnang, die wahrscheinlich schon vor 1200 existierte, ist erstmals 1269 dokumentarisch bezeugt. Die Kollatur der Kirche Gachnang hatte bis 1803 das Kloster Reichenau inne. Dieses behielt somit das Patronatsrecht, nachdem in Gachnang 1528 die Reformation eingeführt worden war. Die ältesten Teile der Kirche sind ihr Chor und Turm, welche 1493–1495 errichtet wurden. An Stelle einer eingestürzten romanischen Pfeilerbasilika trat 1747–1749 das heutige, fast quadratische Schiff. Eine Aussenrenovation erfolgte 1957/58 und eine Innenrestaurierung 1972–1974. In der Kirche finden sich zwei Scheiben aus der Erbauungszeit des Chores. Weitere fünf Glasgemälde aus der Erbauungszeit des Chores sind durch eine Beschreibung und Wappenskizzen des Einsiedler Benediktinermönch R. P. Lukas von der Weid von 1774 belegt (Stiftsarchiv Einsiedeln, E A I, vgl. TG_115). Vermutlich kamen auch später noch Stiftungen in die Kirche, denn nach der 1695 vom Gachnanger Pfarrer Johann Heinrich Lavater verfassten Beschreibung waren damals in den Chorfenstern der Kirche “etliche alte und neue Wappen” zu sehen (Herrmann, 1991a, S. 44f.). In den Kirchrechnungen sind ab dem Jahr 1563 zahlreiche Zahlungen an Glaser verzeichnet, diese beziehen sich aber hauptsächlich auf Blankverglasungen und Flickarbeiten (Herrmann, 1991a, S. 20–21). Die fünf verschollenen Glasgemälde aus der Erbauungszeit des Chores verschwanden vor 1890 aus der Kirche (Büchi, 1890, S. 29, erwähnt die bereits verschollenen Scheiben und verweist auf die Zeichnung von der Weids).

1888 wurde Karl Wehrli für die Erstellung neuer Glasmalereien bezahlt (Herrmann, 1991b, S. 22). Im Kirchgemeindearchiv sind Entwürfe für diese ornamentalen Verglasungen bewahrt. Ein Fenster zeigte ein Medaillon mit dem Bildnis Zwinglis (Kirchgemeindearchiv Gachnang, U.XI/34-35/G; Herrmann, 1991b, Abb. S. 23). Heute sind nur die Zierrahmungen und Blankverglasungen mit “Schweizerrauten” sowie die Masswerkverglasungen mit farbigem Blattwerk Wehrlis vorhanden. 1960 gelangten Glasmalereien von Max Hunziker und Karl Ganz in den Vorraum der Kirche, 1996 wurde eine Wappenscheibe von 1608 in das südliche Chorfenster eingebaut (TG_1264).

Literature

Büchi, J. (1890). Über die Glasmalerei überhaupt und über thurgauische Glasgemälde insbesondere. Thurgauische Beiträge zur vaterländischen Geschichte, H 30.

Herrmann, Ch. (1991a). Das Gachnanger "alte Pfarrhaus" erzählt. Geschichte der Kirchgemeinde Gachnang von ihren Anfängen bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Festschrift zur Einweihung des neuen Kirchgemeindehauses Gachnang. Gachnang: Evangelische Kirchgemeinde.

Herrmann, Ch. (1991b). Ausführliche Baugeschichte der Kirche Gachnang und der Kapelle Gerlikon (Ergänzungsband zur Gachnanger Kirchengeschichte). Gachnang: Evangelische Kirchgemeinde.

Knoepfli, A. (1950). Die Kunstdenkmäler des Kantons Thurgau. Bd. I. Der Bezirk Frauenfeld. Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Bd. 23, S. 190–200.

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