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BE_695: Figurenscheibe Stand Solothurn mit hl. Ursus
(BE_Ursenbach_refK_Ursus_sII.2a)

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Titre

Figurenscheibe Stand Solothurn mit hl. Ursus

Type d'objet
Artiste
Lieu de production
Datation
1518
Dimensions
58. x 41. cm im Licht

Iconographie

Description

Der blondgelockte hl. Ursus, Solothurns Patron, steht vor blauem Damastgrund auf gelbem Fliesenboden. Er besitzt einen goldenen Nimbus mit Inschrift und ist in einen stahlblauen Vollharnisch mit goldenen Beschlägen gekleidet und trägt um die Stirn eine Zindelbinde mit Federbusch. In den Händen hält er sein Wappen und Banner mit dem silbernen Kreuz in Rot. Umfasst wird der schwertbewaffnete Heilige von einem spätgotischen Rundbogen, der mit zwei gelben Fialen und Blattwerk geschmückt ist und auf dem das Stiftungsjahr angebracht ist.

Code Iconclass
11H(URSUS & VICTOR) · saints (URSUS & VICTOR)
Mot-clés Iconclass
Inscription

1518. Im Nimbus: S. VRβVS ORA PRO NOB... .

Signature

Keine

Technique / Etat

Etat de conservation et restaurations

Das Glas in der Ecke oben rechts (Bogenteil), das Bodenstück zwischen den Beinen des Heiligen und das obere rechte rote Bannerstück neu ergänzt (Lehmanns Vermutung, wonach es sich bei der ganzen Rahmung um eine Ergänzung handelt, ist unzutreffend); zwei alte Flickstücke im blauen Damast unterhalb des Banners; Sprungbleie; die Verbleiung erneuert.

Restaurierungen 1679 Reparaturarbeiten an Glasgemälden? Laut dem Berner Vennermanual vom 6. Mai 1679 (XXIX, S. 482) waren die gnädigen Herren von Bern 1679 bei der von der Gemeinde Ursenbach geplanten Kirchenerweiterung bereit, die Kosten für die Chorreparatur und die Neubemalung der ganzen Kirche zu übernehmen sowie allenfalls auch neue Fenster einsetzen zu lassen: "...Wegen den allten gemahlten Fenstren dan hab. M.G.H. Euch Herrn Vogt überlassen, sellige nach ewerem Gutfinden zu Ersparung dess Kostens mit neuen Fensteren zu menagiren und anzuwenden" (Lehmann 1916). 1747/48 Reparaturarbeiten an Glasgemälden? Laut den Amtsrechnungen Wangens von 1747/48 wurden damals neue Fenster im Kirchenchor von Ursenbach eingesetzt: "für neue Fenster im Kirchenchor zu Ursenbach bezahlt 166 lb 25β 8 d" (Kopien von Auszügen aus den Berner Amtsrechnungen, angelegt durch Dr. Marti-Wehren, Kopien im Vitrocentre Romont). Möglicherweise war diese Fenstererneuerung mit Reparaturarbeiten an den alten Glasgemälden verbunden. 1872 Johann Jakob Röttinger, Zürich: Restaurierung der Glasgemälde mit Anfügung eines zusätzlichen Glasfelds am unteren Rand (dieses heute wieder entfernt; vgl. Fotos SNM Zürich) und Wiedereinsetzung derselben an neuen Standorten. 1933 Louis Halter, Bern. Die Glasgemälde-Restaurierung Halters ist durch die Inschrift in Fenster s III dokumentiert: "renoviert Arct. H. Bühler – W. Reber Maler – L. Halter Glasm. 1933".

Technique

Farbloses und farbiges Glas; Bemalung mit Schwarzlot und Silbergelb.

Historique de l'oeuvre

Recherche

Möglicherweise war es Matthäus Ensinger, der selbst mit einer Wappenscheibe in der Kirche vertretene Vogt von Wangen, der sich anlässlich des 1515 errichteten Neubaues darum bemühte, dass ausser Bern weitere Stände und Institutionen dorthin Fenster und Wappen schenkten. Bern selbst machte seine Stiftung 1515, die meisten anderen Donatoren wohl aber etwas später, zum Teil vielleicht ab 1519 im Anschluss an die Übernahme des Kirchensatzes durch Bern.

Die Solothurner Ursenscheibe folgt in der Grundkomposition derjenigen in der Kirche Jegenstorf, aus der Zeit um 1515. Nach ähnlichem Schema gestaltet ist ebenfalls Solothurns Ursenscheibe von 1518 aus der Kirche Hindelbank, deren Fragmente sich im Bernischen Historischen Museum befinden (BHM Bern, Inv. 8556). Im Gegensatz zu den anderen im frühen 16. Jahrhundert nach Ursenbach gestifteten Glasgemälden schreibt Hans Lehmann die beiden von Solothurn nicht Jakob Stächeli zu, weil sich diese seiner Meinung nach deutlich von den übrigen abheben. Ihm zufolge dürften sie vielmehr von Jakob Wyss stammen, dem er auch die annähernd gleich gestalteten Scheiben Solothurns aus Hindelbank und aus der Kirche Wengi im Bernischen Historischen Museum (BHM Bern, Inv. 369) zuspricht. Wyss kann jedoch kaum ihr Schöpfer gewesen sein, war er doch von Beruf offenbar kein Glasmaler, sondern ausschliesslich Glaser. Aufgrund ihrer stilistischen Unterschiede lassen sich die erheblich überarbeitete Ursenscheibe in Jegenstorf und diejenige in Ursenbach zudem kaum der gleichen Hand zuschreiben. Der Letzteren näher steht die Ursenscheibe Solothurns von 1519 in Leuzigen, deren Pendant, die Standesscheibe, in der Komposition sehr genau Solothurns Standesscheibe in Ursenbach entspricht. Stilistisch allerdings verrät dieses Jakob Meyer zuzuweisende Pendant eine andere Hand als das analog gebildete Stück in Ursenbach, ist es doch in der Bemalung feiner ausgeführt als dasselbe. Damit liegt die Annahme nahe, dass Solothurn seine Stiftung für Ursenbach durch einen Glasmaler anfertigen liess, der unter dem Einfluss Jakob Meyers stand.

Laut Egbert Friedrich von Mülinen (1872) wurden die alten Glasgemälde nach der Restaurierung Röttingers von diesem in den Fenstern "unrichtig und bunt durcheinander" eingesetzt. Vor dieser Restaurierung waren die beiden Solothurner Scheiben im "3. Fenster" des Chores eingefügt und dort dürften sie sich bereits ursprünglich befunden haben (Thormann/von Mülinen 1896).

Datation
1518
Commanditaire / Donateur·trice

Solothurn, Stand

Lieu de production
Propriétaire

Kirchgemeinde Ursenbach. Die Unterhaltspflicht der zwölf 1901 im Chor befindlichen Glasgemälde damals vom Staat Bern zusammen mit dem Chor an die Kirchgemeinde abgetreten (nach dem am 1. April 1940 überarbeiteten Verzeichnis der Glasgemälde in den Kirchenchören des Kantons Bern, erstellt 1936 von B. von Rodt; Staatsarchiv Bern, Inv. BB 05.7.343).

Bibliographie et sources

Bibliographie

Egbert Friedrich von Mülinen, Über die Glasmalerei in der Schweiz, in: Alpenrosen 22. Dez. 1872, No. 51, S. 504f. (zur Restaurierung Röttingers).

Johann Rudolf Rahn, Zur Statistik schweizerischer Kunstdenkmäler, in: Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde, Nr. 1, Januar 1882, S. 251.

Egbert Friedrich von Mülinen, fortgesetzt von Wolfgang Friedrich von Mülinen, Beiträge zur Heimathkunde des Kantons Bern deutschen Theils, Fünftes Heft. Der Oberaargau, Bern 1890, S. 211f.

Hermann Kasser, Eine Standesscheibe von Freiburg von 1516, in: Schweizer Archiv für Heraldik 8/1894, Nr. 25, S. 204.

Franz Thormann/Wolfgang Friedrich von Mülinen, Die Glasgemälde der bernischen Kirchen, Bern o. J. [1896], S. 22, 26, 92.

Heinrich Oidtmann, Geschichte der Schweizer Glasmalerei, Leipzig 1905, S. 240.

Paul Kasser, Geschichte des Amtes und des Schlosses Aarwangen, in: Archiv des Historischen Vereins des Kantons Bern, Bd. XIX, 1909, S. 134.

Hans Lehmann, Die Glasmalerei in Bern am Ende des 15. und Anfang des 16. Jahrhunderts, in: Anzeiger für Schweizerische Altertumskunde NF 16/1914, S. 123 (Jakob Wyss).

K. Frei, Wyss, Jakob, in: Schweizerisches Künstler-Lexikon 4/1917, S. 460 (Jakob Wyss).

Historisch-Biographisches Lexikon der Schweiz 7/1934, S. 171.

Hugo Dietschi, Statistik solothurnischer Glasgemälde I. Teil, in: Jahrbuch für solothurnische Geschichte, 13/1940, S. 35, Nr. 69.

Wilhelm Liechti/Werner Heiniger/Otto Holenweg, Die Kirchenfenster von Ursenbach, in: Jahrbuch des Oberaargaus 26/1983, S. 49–73, Abb. S. 53.

Walter Gfeller, Auf den Spuren alter Wappen im Oberaargau, in: Jahrbuch des Oberaargaus 36/1993, S. 118–120.

Georges Descoeudres, Archäologische Ausgrabungen in der Pfarrkirche von Ursenbach, in: Jahrbuch des Oberaargaus 37/1994, S. 89–108.

Références à d'autres images

Denkmalpflege Kt. Bern, Neg. Hesse 04071 (1963).; SNM Zürich, Neg. 8279 (Jakob Wyss)

Informations sur l'image

Nom de l'image
BE_Ursenbach_refK_Ursus_sII.2a
Crédits photographiques
© Vitrocentre Romont
Date de la photographie
2015
Copyright
© Kirchgemeinde Ursenbach

Inventaire

Numéro de référence
BE_695
Auteur·e et date de la notice
Rolf Hasler ; Sarah Keller ; Patricia Sulser 2016

Objets et images liés

Photographies complémentaires
Schema
Version 1.4.0 Objets | Artistes | Ateliers | Bâtiments / Institutions | Codes Iconclass